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Von der Königlich Preußischen Werft zum Marinearsenal

Als Folge des deutsch-dänischen Krieges (1848- 1850) wurde am Jadebusen in den Jahren 1856 – 1869 ein preußischer Marinestützpunkt zum Schutz der norddeutschen Küsten errichtet. In Folge entstand zeitgleich die Königlich Preußische Werft. Im Umfeld des Stützpunktes und der Werft bildeten sich Ansiedlungen, aus denen schließlich die Stadt Wilhelmshaven erwuchs. Im Laufe von ca. 140 Jahren Geschichte firmierte die Werft unter verschiedenen Namen wie „Kaiserliche Werft“, „Reichsmarinewerft“, „Kriegsmarinewerft“ und sogar für kurze Zeit als „Industriewerke Rüstringen“. Auftrag und Zweck der Werft war über den gesamten Zeitraum Neubau, Ausrüstung, Instandsetzung und schließlich sogar Abwracken von Marineschiffen.

Die Stadt Wilhelmshaven wurde durch die Bombenangriffe des 2. Weltkrieges zu 55% zerstört. Erstaunlicherweise überlebte die Kriegsmarinewerft relativ unbeschadet. Sie war nach der Kapitulation 1945 noch voll einsatzfähig. Die Alliierten ordneten im Rahmen der Demilitarisierung 1946 die Demontage der Dock- und Werftanlagen sowie die Sprengung der Gebäude an.

Mit Aufstellung der Bundeswehr 1955 wurden für die neue Bundesmarine geeignete Werkstätten und Anlagen erforderlich. So kam es am 01.05.1957 zur Neugründung des heutigen Marinearsenals auf dem Gelände der ehemaligen Kriegsmarinewerft in Wilhelmshaven. Das Marinearsenal ist eine zivil besetzte Dienststelle des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung. Es besteht aus der Zentrale, den Arsenalbetrieben in Wilhelmshaven und Kiel sowie einer Außenstelle in Rostock/ Warnemünde.

Mit Instandsetzungen der allgemeinen Schiffstechnik (Technologiebereiche, wie sie auch auf zivilen Schiffen zu finden sind) werden vom Marinearsenal deutsche Werften und maritime Fachbetriebe beauftragt. Dies geschieht - soweit möglich - durch Vergabe im Wettbewerb. Planung, Koordinierung und Auftragsbegleitung werden vom Marinearsenal in enger Zusammenarbeit mit dem Marineamt abgewickelt.

Die termingerechte und qualitativ hochwertige Arbeitsleistung in allen Arbeitsfeldern, z. T. im weltweiten Einsatz und rund um die Uhr, ist ein Markenzeichen des Marinearsenals. In der Vergangenheit konnte das Marinearsenal immer gewährleisten, dass die Marine mit einsatzfähigen und betriebssicheren Schiffen in See ging.


Der Auftrag des Marinearsenals gliedert sich in fünf Felder:

  1. Durchführung der Planmäßigen Materialerhaltung
    In regelmäßigen Abständen müssen die Schiffe und Landdienststellen einer Materialerhaltungsmaßnahme unterzogen werden. Planung, Koordination, Prüfung und Kontrolle werden dabei vom zentralen Bereich „Technischer Systemservice“ des Marinearsenals abgewickelt. Mit der Durchführung der Instandsetzung schiffstechnischer Anlagen werden Werften beauftragt. Die Instandsetzung von Anlagen der Elektronik, Optronik, Kommunikation, Waffenleit- und Waffentechnik erfolgt grundsätzlich in den Werkstätten der jeweiligen Arsenalbetriebe in Wilhelmshaven oder Kiel.
  2. Durchführung von Sofortinstandsetzungen
    Schäden, die im täglichen Einsatz auftreten und nicht mit Bordmitteln behoben werden können, werden „sofort instandgesetzt“. Dies wird weitestgehend durch eigenes Personal, auch weltweit, rund um die Uhr gewährleistet.
  3. Durchführung von Technischen Änderungen
    Die Indiensthaltung von zum teil ca. 30 Jahre alten Marineschiffen erfordert kontinuierliche Anpassungsmaßnahmen an die sich laufend verändernden Einsatzbedingungen, militärischen und rechtlichen Vorgaben und Technologien. Die jeweiligen technischen Änderungen werden im Marinearsenal erarbeitet und realisiert.
  4. Wahrnehmung Wehrtechnischer Aufgaben im Rüstungsbereich
    Mit seinen speziellen Fachkenntnissen auf allen Gebieten des „Systems Schiff“ liefert das Marinearsenal dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung substanzielle Beiträge in allen Phasen der Entwicklung und Beschaffung von Wehrmaterial. Es ist damit umfassend in alle relevanten Entwicklungen der Marinetechnik mit eingebunden.
  5. Betreuung außer Dienst gestellter Einheiten
    Außer Dienst gestellte Schiffe und Boote der Marine werden solange im Marinearsenal betreut, bis über eine weitere Verwendung oder die endgültige Verschrottung entschieden worden ist.

Umsatz

Der Gesamtumsatz für Eigen- und Fremdleistungen lag in den letzten Jahren im Schnitt bei 400 Mio. Euro, wovon der überwiegende Anteil in die gewerbliche Wirtschaft floss.

Beschäftigte am Standort (Stand 2010)

In Wilhelmshaven beschäftigt das Marinearsenal ca. 1.100 Beamte und Arbeitnehmer. Es handelt sich hierbei überwiegend um technisches Fachpersonal (Ingenieure, Techniker, Industriemeister und Facharbeiter). Der Anteil des Verwaltungspersonals liegt bei etwa 10 %. Zusätzlich stehen ständig ca.140 Auszubildende in einem Ausbildungsverhältnis.

Resümee

Das Marinearsenal ist einer der größten zivile Arbeit- und Auftraggeber und damit ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor der Region. Die hiesigen Unternehmen werden fachbezogen an Instandsetzungsvorhaben in den Technologiefeldern Schiffstechnik, Antriebstechnik, Schiffselektrotechnik, Konservierungs- und Isolationstechnik im Wettbewerb beteiligt. Besonders gute Voraussetzungen für eine Beteiligung von Firmen der Region bietet das Verfahren „Eigeninstandsetzung Fregatten“. Hierbei wird eine planmäßige Instandsetzung im Bauhafen des Arsenalbetriebes Wilhelmshaven unter der Regie des „Technischen Systemservices“ der Zentrale abgewickelt.

Sobald dem Marinearsenal ein neues Dock (Schwimm- oder Trockendock) zur Verfügung steht, sind regelmäßige Eigeninstandsetzungen geplant.

Das Marinearsenal ist der Servicepartner der Marine. Am Standort Wilhelmshaven sind neben einer Vielzahl kleinerer Boote auch 18 größere Einheiten wie Fregatten, Versorger und Betriebsstofftanker zu betreuen. Dieser „Kundendienst“ wird rund um die Uhr weltweit uneingeschränkt geleistet.
Die Mitwirkung an Projekten des Rüstungsbereiches, die Übertragung fachtechnischer Einzelaufgaben durch das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung, beansprucht in den letzten Jahren immer größeren Raum im Leistungsspektrum des Marinearsenals.

Das Marinearsenal sichert den Bestand einer Vielzahl von Arbeitsplätzen in der Stadt Wilhelmshaven und dem regionalen Umfeld. Standortbedingt ergeben sich für regionale Firmen Wettbewerbsvorteile im Ausschreibungsverfahren.

 

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